Düsseldorf, im Februar 2010 K/Hei

Zukunftsgestaltung 2020

Neuausrichtung unseres Unternehmens für das kommende Jahrzehnt zur Verbesserung
unserer Wettbewerbssituation am Markt durch einen werteorientierten Verhaltenskodex
für die gesamte Belegschaft


Sehr geehrte Mitarbeiterin, sehr geehrter Mitarbeiter,

Obwohl wir die Auftragslage unseres Unternehmens für das laufende Jahr recht optimistisch ein-
schätzen, stellen wir aber stets neue Überlegungen an, wie wir unsere Wettbewerbssituation am
Markt weiter verbessern können, um auf diese Weise die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter für die Zukunft dauerhaft abzusichern.
In diesem Zusammenhang müssen wir grundsätzlich der Frage nachgehen, was vom Malerhand-
werk im kommenden Jahrzehnt und in der weiteren Zukunft erwartet wird.

Eine Analyse des Wettbewerbsverhaltens anderer Anbieter sowie die Auftragsvergabepraxis un-
serer Kunden und den verschiedenen Auftraggebern zeigt uns hier sehr deutlich, dass wir unsere
Angebote künftig immer noch preisgünstiger gestalten müssen, um einen Auftragszuschlag zu erhalten.
Die Auftragsvergabe erfolgt heute immer häufiger nach dem Prinzip des billigsten Anbieters.
In diesem Zusammenhang fragen wir uns natürlich was wir weiter tun können, um unsere betrieb-
liche Kostensituation so optimal wie möglich zu gestalten, damit wir der Konkurrenz auch in einem
überaus harten Wettbewerb immer noch eine Nasenspitze voraus sind.
Aufgrund unserer jahrelangen Beobachtungen zeigt sich immer wieder, dass es beim Arbeitsablauf
auf den einzelnen Baustellen und bei unserem Erscheinungsbild gegenüber den Kunden noch eine
Menge an Verbesserungsmöglichkeiten gibt.
Selbstverständlich sind wir uns dessen bewusst, dass sich immer niedrigere Preise im Angebot
nicht durch eine ständige Steigerung der manuellen Arbeitsleistung unserer Mitarbeiter ausglei-
chen lassen.
Es gibt aber dennoch genügend Möglichkeiten, um das Leistungs- und Qualitätsprodukt unserer
Arbeit auf den einzelnen Baustellen noch mehr zu rationalisieren um das Erscheinungsbild unserer
Arbeit ohne wesentlichen Mehraufwand optisch besser zu gestalten.

Auf diese Weise können wir uns dann unseren Kunden gegenüber noch besser darstellen und
sie noch mehr von der Qualität und Preiswürdigkeit unserer Leistung überzeugen.
Es hat sich gezeigt, dass die Mundpropaganda von zufriedenen Kunden immer wieder neue
Kunden nach sich gezogen hat.

Die seit geraumer Zeit geführte Diskussion um eine ethische Verbesserung der allgemeinen
Grundwerte und die moralische Neuorientierung in der Wirtschaft, ist eine zentrale und grund-
legende Herausforderung für unsere Gesellschaft.
Wir müssen uns daher betrieblich gesehen der Frage stellen, dass es nicht allein darauf ankommt
was uns nützt, sondern was dem Wohl unserer Kunden nützt.

Geleitet von dieser Fragestellung halten wir es deshalb für sinnvoll, für unser Unternehmen einen
Verhaltenskodex für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erstellen, der zu einer verbesserten
innerbetrieblichen Zusammenarbeit führt, um uns so gegenüber unseren Kunden in einer noch
überzeugenderen Weise darstellen zu können.

Die nachfolgenden Punkte sollen daher als verbindliche Leitlienien für alle unsere Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter gelten.


1) Würdevolle und tolerante Zusammenarbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter-
einander und im Verhältnis zu den Kunden.

2) Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sollte nach wie vor oberstes Gebot sein, - eine Tugend,
die heute leider nicht mehr zu den Selbstverständlichkeiten zählt.

3) Höfliches und korrektes Verhalten gegenüber allen Kunden. Sie durch eine freundliche
Beratung stets positiv stimmen.

4) Ein optisch gutes Erscheinungsbild durch das Tragen von sauberer Arbeitskleidung
anstreben, denn auch das trägt zu einer positiven Darstellung gegenüber den Kunden bei.

5) Grundsätzliches Rauchverbot im Betriebsbereich und auf den Baustellen.
Das gilt ganz besonders für den Bereich der Privatkunden.
Raucherpausen grundsätzlich vermeiden, denn jede vermeidbare unproduktive Zeit erhöht
die Gesamtsumme der Betriebskosten.

6) Saubere und korrekte Ausführung aller Arbeiten unter Vermeidung von Reklamationen,
denn deren Beseitigung führt immer zu erheblichen Mehrkosten und zu einem zusätzlichen
Vertrauensverlust beim Kunden. Es ist immer schwer das verloren gegangene Vertrauen
wieder neu zu gewinnen.

7) Rationelle und zügige Ausführung sämtlicher Arbeiten unter Vermeidung von unnötigen
oder umständlichen Arbeitsgängen. So kann man Zeit und Material einsparen.

8) Korrekte Einhaltung der Arbeits- und Pausenzeiten, denn auch deren Nichteinhaltung
führt zu einer erheblichen Minderung der Arbeitsproduktivität und trägt damit ebenfalls zu
einer unnötigen Erhöhung der betrieblichen Kostensituation bei. Je höher die Kosten eines
Betriebes sind, um so mehr verschlechtert sich seine Wettbewerbssituation am Markt.

9) Vermeidung von ausgedehnten Unterhaltungspausen und privaten Telefongesprächen
(Handy). Auch sie wirken sich sehr produktionshemmend und damit kostensteigernd aus.
Zusätzlich hinterlassen sie besonders bei Privatkunden noch ein schlechtes Bild bezüglich
unserer Leistungsfähigkeit.

10) Keine Verschwendung von Materialien und ein pfleglicher Umgang mit allen Werkzeugen
und Geräten. Auch das ist ein Beitrag zur Kostensenkung im Betrieb.

11) Bereitschaft zur beruflichen Qualifizierung und Weiterbildung, wie zum Beispiel das
regelmäßige Lesen von Fachzeitschriften sowie den Produktinformationen der verschiedenen
Systemhersteller. Stets offen sein für neue Anwendungstechniken und dazu auch bereit sein
an entsprechenden Fachseminaren teilzunehmen. Sie erhöhen dadurch Ihr berufliches Per-
sönlichkeitsbild, denn wer heute auf seinem beruflichen Wissenstand stehen bleibt, rutscht
morgen, wie im Sport, in der Tabelle auf einen Abstiegsplatz.

12) Gute Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung und sie über alle Situationsveränderungen
auf den Baustellen rechtzeitig informieren.

13) Optimaler Informationsaustausch zwischen den Mitarbeitern, Meistern und der Werkstatt.

14) Positive Zusammenarbeit mit den Meistern und sich dabei gegenseitig optimal im Sinne
des Kunden ergänzen.

15) Optimale Zusammenarbeit und Planung mit der Werkstatt bezüglich einer frühzeitigen
und mengengerechten Materialbestellung.

16) Frühzeitige Information der Werkstatt, damit die Baustellen nach Fertigstellung schnell
und vollständig abgeräumt werden können.

17) Korrektes Ausfüllen der Wochenzettel und deren pünktliche Abgabe.

18) Ausbildungsgerechter Umgang mit den Auszubildenden, denn sie sollen die versierten
Fachleute von morgen sein.

19) Ehrlichkeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander und im Verhältnis gegen-
über den Kunden.

20) Kein Diebstahl von Materialien und Werkzeugen und dafür sorgen, dass ein Dritter nicht
durch herumstehendes Material dazu verleitet wird.

21) Vermeidung von Versicherungsschäden, die dem Betrieb jährlich sehr viel Geld kosten.

22) Mehr Bereitschaft zur Übernahme von persönlicher Verantwortung auf den Baustellen.
Besonders wenn bei Problemfällen eine schnelle Entscheidung für eine Alternativlösung
getroffen werden muss, um die Arbeiten ohne wesentlichen Zeitverlust weiterzuführen.
Damit verbunden ist gleichzeitig eine Verpflichtung zu mehr Eigenmotivation.

23) Persönliche Bereitschaft für flexible Arbeitszeiten aufbringen, wenn dies dem Interesse
des Kunden entspricht, seinen Bedürfnissen dient und wir dadurch einen wichtigen Auftrag
erhalten.

24) Die notwendige Einsatzbereitschaft zeigen, um die Abwicklung von Aufträgen auf
auswärtigen Baustellen zu gewährleisten.


Sicher werden Sie nach dem Lesen dieser 24 Punkte sagen, dass es sich hierbei um Dinge
handelt, die für mich schon immer eine reine Selbstverständlichkeit waren und deren Einhaltung
für mich auch in der Zukunft von höchster Priorität ist.
Das mag auch für Sie durchaus zutreffen aber bedenken Sie bitte, dass sich bei allen gewohn-
heitsmäßig ausgeführten Tätigkeiten und Verhaltensweisen immer ein gewisser Automatismus
einschleicht, der uns gegenüber bestimmten Fehlern blind macht.

Wir alle sind davon in irgendeiner Weise betroffen, wenn man allein bedenkt, wie viele Fehler wir
allein bei einer normalen Autofahrt begehen, wo wir zum Beispiel die erlaubte Höchstgeschwindig-
keit von 50 Stundenkilometern locker um 5-10 oder gar mehr überschreiten.
So wie beim Autofahren ist es auch bei allen anderen von uns ausgeübten Tätigkeiten, bei denen
wir uns immer wieder selbst korrigieren müssen, um nicht in gewisser Hinsicht dabei einen Scha-
den zu erleiden.
Denken Sie deshalb bitte ernsthaft darüber nach, was sich eventuell auch bei Ihnen in dem einen
oder anderen Punkt noch verbessern oder abstellen lässt.
Mit jedem Fehler, den Sie an sich korrigieren und mit jeder falschen Gewohnheit, die Sie ablegen,
können Sie mithelfen, dass unser Unternehmen in dem heutigen harten Wettbewerb preislich gut
mithalten kann und sich bei unseren Kunden immer mehr den Ruf eines Fachbetriebs der aller-
ersten Klasse erwirbt.
Bei jeden von uns geht es darum sich mit der Firma zu identifizieren und sich voll darin einzu-
bringen, denn sie nimmt in Ihrem Leben einen ganz wesentlichen Raum ein.

Es ist deshalb für uns alle ganz wichtig, dass es uns gelingt, diese vorgenannten 24 Punkte voll
in unserem beruflichen Alltag umzusetzen, denn dann braucht die stets bange Frage nach einer
langfristigen Arbeitsplatzsicherung bald nicht mehr gestellt werden.

So wie es im Fußball auf den unbedingten Siegeswillen einer Spitzenmannschaft ankommt, so
wollen auch wir alle gemeinsam im Sinne des amerikanischen Präsidenten mit der Parole an die
Sache herangehen „yes we can“.

Mit freundlichen Grüßen

WERKSTÄTTEN FÜR FEINE MALERARBEITEN

JAENSCH GMBH

Hier ein Bericht dazu aus DER MALER UND LACKIERMEISTER 11/2010